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Geschichte

Gründungsjahr

Der FC Untervaz ist - wie wohl jeder andere Fussballverein auch - dank einer kleinen Gruppe fussballbegeisterter entstanden. Konkret waren das in unserem Fall fünfzehn Untervazer, die sich am 26. April 1947 im Restaurant Calanda in Untervaz getroffen haben um den FCU ins Leben zu rufen. Bis zur offiziellen Gründung gemäss Statuten am 18. April 1948 verging noch ein Jahr, doch wurde der Grundstein an diesem Tag im April 1947 gelegt. 

Was veranlasste die jungen Männer in Untervaz, einem Dorf das weitherum bekannt als Turner- und Schwingerdorf war, einen Fussballverein zu gründen? Über die Beweggründe lässt sich nur mutmassen. Vermutlich war es die Liebe zum Spiel und der Wunsch, in einer Gemeinschaft einer positiven Zukunft so kurz nach dem Ende des Krieges entgegenzutreten. So bezweckt der Verein seit Beginn neben der Förderung und dem Ausüben des Fussballsports auch die Pflege der Kameradschaft und Geselligkeit. 

Als ein Ausdruck des Optimismus der Gründungsjahre können auch die Vereinsfarben grün und orange verstanden werden. Sie zeugen davon, dass die grauen Tage des Krieges vorbei sind und eine farbenfrohe Zukunft bevorsteht. So heisst es im Vereinslied in einer Zeile dann auch: 

„Grün-orange sind unsere Farben, die voran uns wehn, ja wehn. Drum herbei ihr Fussballspieler, haltet euer Wort, haltet euer Club in Ehren, dass er blühet fort.“ 

Die offizielle Gründung gemäss den Statuten erfolgte am 18. April 1948.
Christian „Hiti“ Lipp war der Hauptinitiant, welcher als Gründungsvater in Erinnerung bleiben wird. Bei den weiteren vierzehn Mitgründern handelt es sich um Barandun Albin, Bürkli Christian, Bürkli Peter, Fischer Florian, Ihlli Samuel, Inderbitzin Anton, Joos Christian, Joos Lorenz, Krättli Christian, Krättli Jakob, Ludwig Hans, Marti Toni, Philipp Kaspar und Raiffainer Barthli. 

Die Spielstätten

Trainingsplatz «alten Sägerei Wolf»

Hiti Lipp, der mittlerweile zum Präsidenten, Trainer und Betreuer ernannt wurde, führte am 19. August 1948 erfolgreiche Verhandlungen mit der Gemeinde Trimmis, um ein Stück Land für den Fussballplatz zu erhalten. Dieses befand sich bei der alten Sägerei Wolf am Bahnhof und bot bessere Trainingsbedingungen. Hier gab es keine Bäume, die hinderlich gewesen wären.

Die ersten Freundschaftsspiele wurden in Chur auf dem Sportplatz Ringstrasse ausgetragen. Unsere Gegner waren die Sportfreunde Fortuna, FC Falkenboys und der FC Chur. Damals waren diese Begegnungen für den jungen FC Untervaz eine aufregende Herausforderung und eine Möglichkeit, ihr Können zu zeigen. Mit Enthusiasmus und Entschlossenheit kämpfte die Mannschaft bei diesen Spielen und gewann dadurch wertvolle Erfahrungen.

In den Anfangsjahren des Vereins, als der Fussball noch in den Kinderschuhen steckte, waren solche Spiele und Übungen von grosser Bedeutung, um den Club aufzubauen und eine starke Gemeinschaft von fussballbegeisterten Spielern zu formen. Der Einsatz und die Hingabe von Hiti Lipp sowie anderer engagierter Mitglieder trugen massgeblich dazu bei, dass der FC Untervaz wuchs und sich zu einem etablierten Fussballverein in der Region entwickelte.

Die Leidenschaft für den Sport und der Zusammenhalt innerhalb des Clubs machten den FC Untervaz zu etwas Besonderem und legten den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft.

Ungefähr um diese Zeit wurde der FC Zizers gegründet. Der Sportplatz der Zizerser, links neben der Strasse zum Gut „Molinära“, liess die fussballbegeisterten Untervazer vor Neid erblassen. Es handelte sich um eine grosse, ebene Wiese, die dem FC Untervaz eine willkommene Gelegenheit bot, Freundschaftsspiele gegen die Zizerser auszutragen. Bei solchen Begegnungen wurden nicht selten private Angelegenheiten „geregelt“, und statt den Ball zu treffen, kam es zu unsanften Fouls, bei denen das Schienbein getroffen wurde. Doch sowohl der „Fussballplatz“ der Zizerser als auch derjenige der Untervazer wurden bald wieder aufgegeben, und seitdem ist vom FC Zizers nichts mehr zu hören.

«Polenlöser»

Bereits im Jahr 1949 erhielt der Fussballclub von der Gemeinde Untervaz ein Stück Land zur Errichtung eines eigenen Fussballfeldes zugewiesen. Dieses befand sich „ob dem Strässli“, kurz vor der alten gedeckten Holzbrücke, und wurde zur dritten „Sportanlage“ des Vereins. Der Boden dort war sandig, teilweise mit Stauden bewachsen und uneben. Mit einem gemieteten Pferd und einem traxschaufelähnlichen Gerät wurde das Feld geebnet. Es war

eine mühsame Arbeit, bei der unzählige Steine gesammelt und mit Karren abtransportiert wurden. Unzählige harte Arbeitsstunden mussten investiert werden, bis der Platz im Sommer 1951 endlich eröffnet werden konnte.

Für 20 Jahre, bis 1970, spielte der immer grösser und stärker werdende FC Untervaz auf diesem holprigen und immer noch steinigen Fussballplatz. In dieser Zeit wurde der Club zweimal Gruppensieger und konnte an den Aufstiegsspielen von der 4. in die 3. Liga teilnehmen.

Eine lustige Episode aus dieser Zeit ereignete sich bei einem Meisterschaftsspiel gegen Chur Orion. Die temperamentvollen südländischen Spieler waren mit einer Schiedsrichterentscheidung nicht einverstanden, und es entstanden heftige Diskussionen. Ein einheimischer Zuschauer mit einem Schäferhund an der Leine liess das Tier kurzerhand los. Der aufgebrachte Hund hetzte auf die gestikulierenden Spieler zu, und sie verliessen fluchtartig das Feld, gefolgt vom Schiedsrichter, der das Spiel während der Flucht abgepfiffen hatte. Nach längerem Zureden wurde der Match jedoch doch noch zu Ende gespielt.

Kohlenplatz – «Rheinau»

Gegen Ende der Saison 1969/70 wurden plötzlich Bauprofile auf dem Sportplatz entdeckt, was für grosse Aufregung sorgte. Kurzerhand wurden die eingegrabenen Stangen ausgerissen, die entstandenen Löcher zugeschüttet, und das Meisterschaftsspiel wurde angepfiffen. Danach wurden Verhandlungen mit den Gemeindebehörden aufgenommen, um einen neuen Sportplatz zu finden. Nach verschiedenen Varianten einigte man sich schliesslich auf das Areal bei den Bündner Cement-Werken. Im November 1970 wurde mit den von der BCU zur Verfügung gestellten Baumaschinen der Humus abgetragen und die Rohplanie erstellt. Dabei kamen erneut viele Steine zum Vorschein.

Im Frühling 1971 streuten Gaudi Wolf und Hitsch Willi den Grassamen aus, und es wuchs üppiges Gras. Der provisorische Sportplatz „Rheinau“ wurde ohne Subventionen seitens der Subventionsbehörden errichtet, aber die BCU, die Gemeinde Untervaz und weitere Firmen sowie freiwillige Helfer unterstützten tatkräftig.

Rüfeli

Am 8./9. August 1987 konnte der FC Untervaz die feierliche Eröffnung der zwei neuen Fussballplätze „Rüfeli“ begehen. Der Weg vom „Burghertali“ bis zum „Rüfeli“ war lang und steinig. Doch jeder Fussballfreund ist sich sicher, dass die jahrelangen Arbeitseinsätze sich gelohnt haben und die neuen Fussballanlagen jedes Fussballerherz erfreuen.

Allen Helfern, in welcher Form auch immer, sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

Wachstum & Aufstieg

Der Dorfverein wächst und steigt auf

Die erste Juniorenmannschaft konnte bereits im Jahre 1959 zusammengestellt werden und in den folgenden Jahren mehr oder weniger auch aufrechterhalten werden. Es waren dies Burschen in der Kategorie B-Junioren, die später in die 1. Mannschaft aufstiegen. 

So richtig gewachsen ist der FCU aber seit dem Umzug auf das Rüfeli. Wie prognostiziert konnte sich der Verein dank der hervorragenden Anlage nun auf den Fussball konzentrieren. 1988 wurde die Fussballschule gegründet und mit viel Engagement wurde dem Nachwuchs das Fussball-ABC beigebracht. Das Angebot wurde rege genutzt und der Verein zählte 10 Jahre später, beim 50-jährigen Bestehen, bereits 177 Mitglieder. Neben der 1. Mannschaft bestand der Verein aus einer Seniorenmannschaft, B-, C- und D-Junioren sowie der Fussballschule. 

In den letzten 25 Jahren sind weitere Mannschaften hinzugekommen, aus der Fussballschule sind G-, F- und E-Junioren geworden, eine 2. Mannschaft in der 5. Liga bereichert das Angebot auf Stufe Aktive und erfreulicherweise dürfen wir seit 2008 auch einer Damenmannschaft das Fussballspielen ermöglichen. 

Seinen sportlich bislang grössten Erfolg verzeichnete der FCU in der Saison 2012/13 mit dem Aufstieg in die 3. Liga, was natürlich mit einem grossen Fest mit dem ganzen Dorf gefeiert wurde. Drei Jahre lang spielte die 1. Mannschaft in der 3. Liga und konnten dabei einige erfolgreiche Spiele gegen die grossen Nachbarn aus Landquart und Umgebung bestreiten. 

Zeitungsartikel Aufstieg 3. Liga